Precious: Based on the Novel Push by Sapphire

Das Leben ist kostbar, so der deutsche Untertitel. Der Film erzählt die Geschichte der 16jährigen Precious, die von der Mutter misshandelt, vom Vater vergewaltigt wird und bereits zum zweiten Mal schwanger ist. Dazu bringt sie auch noch ordentliche Kilos auf die Waage. Ein Leidensweg, in welchem Precious wohl nur durch ihre Träumereien überlebt, in die sie sich flüchtet. Dort ist sie ein beliebter Star.

Eigentlich ist damit auch schon fast die ganze Geschichte des Filmes erzählt. Aufgrund ihrer Schwangerschaft wird sie von der Schule suspendiert, kann allerdings an einem anderen Schulprojekt teilnehmen. Mit Hilfe ihrer neuen Lehrerin und wohl auch gestärkt durch die Schwangerschaft, findet sie einen Weg aus der Gewalt.

Die Schauspieler sind durch die Bank weg toll. Der Stoff ist natürlich hart, die Sprache (zumindest im Original) auch. Emotional hat mich der Film sicher nicht kalt gelassen, aber auch nicht richtig mitgerissen. Vielleicht lag es daran, dass man vorher schon das Schlimmste wusste.

Erst am Ende wurde es nochmal richtig hart. Und genau die letzten zehn Minuten lassen mich nicht mehr los.

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Am Ende wird aufgeklärt, warum die Mutter bei den jahrelangen Vergewaltigungen nicht eingegriffen hat. Precious wurde seit dem 3. Lebensjahr missbraucht. Die Begründung ist so unglaublich, dass man sich zuerst fragt, wie richtig richtig dumm eine Mutter sein muss, um sich damit zu rechtfertigen. Sie war auf ihr eigenes Kind eifersüchtig, weil dieses sich als Dreijährige nicht gewehrt hat und der Mutter den Mann ausgespannt hat. Sie begann, ihr Kind zu hassen, daher wohl auch die Prügeleien und Beleidigungen ihrerseits. Zudem zwingt sie ihre Tochter immer wieder zum essen. Damit wird auch aufgeklärt, warum Precious so dick ist. Möglicherweise erhoffte die Mutter sich, dass damit die Tochter zu unansehnlich für den Vater wird und sie diesen Prachtkerl zurück bekommt.

Dass die Mutter wirklich dumm ist, zeigt ja schon der Film. Und auch mir kam als erstes dieses Prädikat in den Kopf. Nach einiger Zeit jedoch änderte sich das in puren Egoismus. Dummheit reicht da gar nicht. Schließlich gibt es viele Mütter, die nicht gerade gebildet sind und ihre Kinder trotzdem gegen alles beschützen würden. Eine erwachsene Frau ist dermaßen ich-bezogen, dass sie anstatt ihr eigenes Kind zu schützen, es der Gewalt aussetzt und es selbst misshandelt. Das ganze Leben lang wurde Precious gedemütigt, geschlagen, unterdrückt. Da spielt es schon fast keine Rolle mehr, dass ihr Vater ihr nicht nur zwei Kinder aufgedrückt hat, sondern auch eine tödliche Krankheit. Nie hat sie jemand geliebt, in den Arm genommen, getröstet. Furchtbar.

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