Haussuche

Seit ca. einem Jahr sind wir nun schon auf der Suche, das Angebot in unserem Ort ist jedoch – sagen wir mal – unterirdisch. Offensichtlich gefällt es nicht nur uns so gut hier, keiner will aus seinem Haus ausziehen. Vor einigen Monaten war dann doch mal was in der Zeitung, die Lage immer noch Zentrumsnah, der Preis war in Ordnung für ein guterhaltenes Haus. Leider war es nicht gut erhalten – wenn man davon absah, dass es noch stand. Die elektrischen Leitungen waren so alt wie das Haus selbst, ca. 60 Jahre. Wärmedämmung – noch nie von gehört. Das Haus musste komplett renoviert werden. Das Außenholz war morsch, innen war der Holzwurm drin. Die Badezelle (2 qm) war ein Ding der Unmöglichkeit, besonders mit Kleinkind. Von den Zimmern sprech ich gar nicht erst. Der Eigentümer wollte 1,3 Millionen dafür, bekommen hat er wohl knapp die Hälfte. Von uns gar nix.

Nun haben wir unsere Suche auf einen anderen Ort ausgedehnt, der auch zentral zwischen unseren beiden Arbeitsorten liegt. Dort gibt es tatsächlich öfters was. Unser erstes Objekt haben wir auch schon angesehen. Das Haus unterschied sich vom Renovierungsaufwand nur unwesentlich von dem o.g. Aber das Grundstück und die Lage waren letztenendes das Aus. Das Grundstück umfasste über 10.000 qm. Da haben wir gar keine Zeit zu, außer es wäre ein Waldstück gewesen, war es aber nicht. Das Haus lag direkt an der Hauptstraße, nein danke. Bei diesem Objekt wurde ein Gutachten erstellt, dass das Eigentum auf 1,29 Millionen Kronen schätzte. Weg ging es für knappe 600.000.

Tja, und nun will ich mir heute ein renovierungsbedürftiges Haus anschauen. Lage: klasse. Aussicht: super. Sonnenschein pur (was wir hier doch arg vermissen). Wenn es einigermaßen in Ordnung ist, wollen wir ein Angebot abgeben. Preis soll bei 890.000 NOK liegen. Morgen will ich mir noch ein Haus anschauen. Frisch überholt, also keine Arbeit mehr für uns, Preis 1,5 Mio. Nur die Lage gefällt mir nicht so gut.

Achso, wer über das Wort Angebot stopern sollte: Hauskauf in Norwegen verläuft etwas anders als in Deutschland. Der Eigentümer sagt, was er haben will, die Interessenten geben ein Angebot ab. Das kann mehr oder auch weniger sein. Der Eigentümer entscheidet, 1. wann die Angebotsabgabe beendet ist und 2. wer den Zuschlag bekommt. Das muss nicht automatisch der mit dem höchsten Angebot sein. Bei dem Haus mit dem übergroßen Grundstück ging es übrigens sehr schnell. An einem Dienstag war die Besichtigung, am nächsten Tag begann die Auktion. Man wird vom Makler per SMS auf dem Laufenden gehalten. Am Nachmittag war es bereits verkauft.

Ich weiß nicht, wie die anderen das geschafft haben. Ich hätte erstmal noch zur Bank gemusst, um genau für dieses Objekt um Kredit zu bitten, auf die Bestätigung zu warten und dann mitzubieten. Denn wer bietet, ist daran gebunden. Ob er den Kredit dann bekommt oder nicht, er muss zahlen. Und die Bank gibt nun mal gerne objektgebundene Kredite. Mir nützt es also gar nichts, zu wissen, dass ich einen Kredit bekommen würde, so rein theoretisch, wenn die Bank sich dann ausgerechnet bei dem einen Grundstück quer stellt.

Es bleibt also spannend.

Edit: Termin auf morgen verlegt. Dafuer grad den Prospekt studiert. Das wird wohl nix. Ueber 60 Jahre altes Haus, komplett renovierungsbeduerftig. Fenster, Tueren, Dach, Kamin, Elektrik, Bad, Isolierung, Drainage. Ähm ja, da wird selber bauen quasi billiger.

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