Norwegische Dienstleistung

Vorsicht, das wird ein Grummelpost. So viel rosarote Brille kann man gar nicht aufhaben.

Dass der Norweger nicht unbedingt dann kommt, wenn der Termin ist, dürfte schon aufgefallen sein. Haut ruhig immer einen Tag noch oben drauf. Bald bedeutet auch nicht annähernd das, was man wohl als Deutscher drunter versteht. Aber wir sind ja auch bekannt für unsere Pünktlichkeit. Der Mazedonier sieht es da eher genauso gelassen wie der Norweger. Nunja. Hier die kleine Erfolgsstory von meiner Kühlschrankodyssey.

Auftragsannahme

Am Montag vor 2 1/2 Wochen fuhr ich mit kaputten Kühlschrank (Garantiefall) zum Händler. Der war darüber baff erstaunt, nahm immerhin den Auftrag an und versprach, am nächsten Tag würde ein Monteur kommen. Am Dienstag wartete ich bis Mittag auf irgendeine Meldung, der Kühlschrank stand wieder in unserer Mitte und rief dann beim Händler an. Von einem Auftrag weit und breit nix zu finden. Also nochmal einen Auftrag geschrieben und an den entsprechenden Service-Dienst gefaxt. Diesmal wurde mir versprochen, es würde sich innerhalb einer Stunde jemand bei mir melden. Vorsichtshalber habe ich noch die Telefonnummer der Werkstatt erhalten. Dienstagnachmittag war immer noch Stille im Haus, so dass ich beschloss, mal die Nummer auszuprobieren. Nach mehreren Rumfragen fand man den Auftrag und meinte, es käme jemand demnächst vorbei. Wann dieses demnächst sein soll, konnte nicht näher eruiert werden. Dienstag war es offenbar nicht. Mittwoch rief ich nochmal an, da ich nicht vorhatte, nun tagelang zu Hause zu hocken und nur zu warten. Nachdem die wackere Servicedame sich einfach nicht einigen konnte, ob nun heute oder morgen der Monteur Zeit habe, nahm ich ihr die Entscheidung ab und erklärte, ich würde jetzt einfach wegfahren und erst am Donnerstag (also morgen) wieder erreichbar sein.

Monteur

Donnerstag – nach nur vier Tagen ohne Kühlschrank – war es soweit. Der Gott in Blau, auch Monteur genannt, kam vorbei. Eine nette Dame lief forschen Schrittes und mit einem Riesenkoffer voller Werkzeug bewaffnet in unsere Küche und maß erstmal die Temperatur des Gefrierfaches. – 22 Grad. Das klingt ganz gut. Im Kühlteil musste sie nicht messen, denn da lag unser Termometer, welches + 20 Grad anzeigte. Etwas viel für ein Kühlfach. Sehr viel mehr tat die Dame dann leider nicht mehr. Der Kühlschrank wurde noch kurz gewendet, die Daten abgeschrieben und mir versprochen, es würde sich bald jemand melden. Wahrscheinlich bekämen wir einen neuen Kühlschrank, da die Reparatur wohl zu aufwendig wäre.

Austausch oder Reparatur?

Ich übte mich in Geduld bis Mittwoch. Dann meinte ich, es wäre an der Zeit, wieder mal nachzuhaken. Die nette Servicedame erklärte mir, der bestellte Kompressor wäre wohl irgendwie nicht bestellt worden, aber jetzt ist er es und es würde ganz rasch gehen. Wie rasch konnte sie wieder einmal nicht sagen. Was aus dem angeblichen Austausch des Kühlschrankes geschehen ist, auch nicht.

Ich trank viele Tassen Kaffee und kontrollierte mehrmals mein Telefon, ob es vielleicht seinen Dienst aufgegeben hatte, und die Zeit verging bis diese Woche Dienstag. Da riss mir der Geduldsfaden und ich rief wieder an. Und diesmal ging es wirklich schnell. Der Monteur kam gestern (Mittwoch) und tauschte den Kompressor aus. Fein. Dachte ich und er wohl auch. Ganz abgesehen von der Servicedame, die hoffte, nie wieder etwas von mir zu hören. Bis … naja, bis heute.

Happy End?

Der Kühlschrank läuft nicht wirklich so wie er sollte. Er ist laut und zwar permanent und ich habe schon wieder eine feine Eisschicht im Kühlfach, im Gefrierfach auch, aber in letzteres gehört es ja auch hin. Die Servicedame gab mir kurzerhand die Handynummer vom Monteur. Der hoffte wohl wiederrum, ich hätte den Thermostat zu hoch eingestellt. Er stand auf 2 (von 5 Stufen). Nun steht er auf 1 und der Monteur hofft wohl immer noch. Diese Hoffnung wollte er sich nicht nehmen lassen und nun warte ich wieder ein paar Stündchen, bevor ich ihn anrufe und vermelde, das Eis wird immer mehr. Woher ich das weiß? War die ganze Zeit vorher auch schon so.😀

Ist das ein Ausnahmefall?

Nope. Letzte Woche hatte ich meinen Läppi in die PC-Klinik gebracht. Auftrag war: Back-up erstellen und falls möglich Läppi zum Laufen bringen. Gestern erhielt ich einen Anruf, ich könnte ihn abholen, leider war jedoch eine Wiederherstellung nicht möglich (davon bin ich allerdings auch ausgegangen). Ich fahre in die große weite Stadt und hoffe auf viele CDs mit meinen Daten, kurz auch Back-up genannt. Nix. Da heißt es also, mal vorsichtig nachfragen. Wurde gar nicht gemacht. Steht zwar groß und breit auf dem Auftragszettel, aber wer macht schon das, was der Kunde will. Nun ist der Läppi also noch ein Weilchen bei den PC-Docs und wird nach Daten durchforscht. Es bleibt spannend.

Seit vier Monaten warten wir auf den Hausmeister, der unsere neue Tür einbauen soll. Ich beschwere mich monatlich bei der Kommune über seine Abwesenheit. Da kannste nix machen. Ist halt so. Btw: die Tür steht schon seit über einem Jahr bereit zum Einbau. Wir sind allerdings erst vor vier Monaten hier eingezogen.

Das Wort Beschweren nimmt hier auch ganz andere Dimensionen an. Während man in Deutschland dann schon mal ärgerlich, zornig und wütend wird, nimmt die sprichwörtliche Freundlichkeit der Norweger dir diese Möglichkeit. Du kannst dich gar nicht richtig beschweren, du kannst höchstens anfragen, wie lange es noch dauern wird. Und dass es darauf meistens die Antwort gibt Bald, brauch ich wohl inzwischen nicht mehr zu erwähnen.🙂

2 Antworten zu Norwegische Dienstleistung

  1. babasko sagt:

    du bist dir aber schon sicher, dass du in Norwegen und nicht in Indien lebst?
    ich hab dann doch gute 10 Tage auf meine indische SIM Karte gewartet. Nachdem es täglich hiess: „No problem madam, today it will come. In the evening before you leave.“

    Ich hab dann den Tipp bekommen, dem Nicht-SIM Besorger anzudrohen, seine Frau anzurufen (vor der er anscheinend eine Heidenangst hat🙂 ) und schon hats geklappt.

  2. maini sagt:

    Dass mit der Frau anrufen, klappt hier nicht so ganz, da ja die Frauen selbst diese Hinhaltetaktik perfektioniert haben.

    Btw: Der Kühlschrank funzt momentan.

    Der Laptop leider nicht mehr. Bin mir da allerdings nicht so sicher, dass man da wirklich nix mehr machen kann. Das Daten-Back-up bekam ich, nachdem ich nochmal ne Stunde gewartet habe – die hatten es immer noch nicht erledigt. Irgendwie scheinen die gerne nicht das zu machen, was der Kunde will. Zumindest nicht in einem angemessenen zeitlichen Rahmen – ich hatte ihnen ja nochmal mehr als drei Tage Zeit gelassen. Der Versuch, den Läppi zu retten, kostete mich nix. Das Back-up knappe 40 Euro. Hätte schlimmer sein können. Der PC-Doc hat einen Stundensatz von über 100 Euro.

    Andererseits will ich mich seit Wochen wieder mal beschweren, dass unsere Außentür immer noch nicht eingesetzt wurde, da klingelte es gestern an der Haustür und zwei Männer stehen bereit, die Türen auszutauschen. Wohl gemerkt: nur die Türen. Die Verkleidungen, die dabei drauf gingen, bleiben erstmal weg. Mal schauen, wie lange das dauert. Sie versprachen zwar, sie kämen in Bälde wieder, allerdings schaue ich mir das Trauerspiel ja bei den Nachbarn schon seit einem Jahr an. Soll heißen, deren Türen wurden vor einem Jahr eingesetzt, die Verkleidung fehlt heute noch.

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