Personennummer

Hier ein Artikel zur neueingeführten Steueridentifikationsnummer in Deutschland. Dabei wird mit der Personenkennzahl aus der ehemaligen DDR verglichen. Na dann, schaut mal noch bißchen nördlicher. Noch ein bißchen weiter den Globus hoch: Norwegen. Und seine Personennummer. Wer in Norwegen geboren wird, erhält sie selbstverständlich automatisch bei der Geburt. Alle anderen müssen sie beantragen. Und ohne die vielgerühmte P-Nummer (auch fødselsnummer) läuft in diesem Land nix. Du willst Telefon? Bankkonto? Gehalt? Strom vom Billiganbieter? Termin beim Arzt? Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Die erste Frage ist immer: Wie ist deine P-Nummer? Was man mit diesen Daten alles anstellen kann, darüber sollte man gar nicht erst nachdenken. Für Datenschützer dürfte Norwegen der absolute Super GAU sein.

5 Antworten zu Personennummer

  1. michael sagt:

    na ja, interessant wär ob so eine rückverfolgung möglich ist oder ob diese nummer in norwegen nur eine ein-wege-identifikation ermöglicht. ich mein, ich muss ja eh oft genug dinge wie kontodaten angeben, ist ja auch normal wenn ich was bestellen mag.gleichwohl, wie du ja schreibst, man weiss letztlich nie was mit den daten passiert.

  2. maini sagt:

    Inwieweit die Daten an einer Stelle unter der Personennummer zusammengefasst sind, weiß ich nicht. Ich weiß nur aus Erfahrung, dass man z.Bsp. beim Umzug eine Behörde informieren muss und automatisch an alle möglichen Ämter die Daten weitergegeben werden. Für die Einsicht in die Bearbeitung des Elterngeldes reichte wiedermal die Angabe der P-Nummer und die Dame vom Amt hatte alle Unterlagen/Vorgänge von diversen Behörden auf ihrem Schirm. Für die Erstattung des Krankengeldes brauchte ich das entsprechende Amt nicht über die Frühgeburt unseres Sohnes informieren, das haben die ganz alleine rausgefunden und den Betrag entsprechend gekürzt. Zudem wurde mir sofort der Antrag auf Kindergeld zugesandt. Rein theoretisch lässt sich unter der P-Nummer sämtliche Konten(bewegungen), die komplette Krankengeschichte, der Berufsweg usw. verfolgen.

  3. Mili sagt:

    Andere Länder, andere Sitten. Norweger gehen ja insgesamt wesentlich gelassener durchs Leben als Deutsche. Dieser Faden läßt sich mit dem Thema Datenschutz weiterspinnen. An den Gedanken, dass viele persönliche Daten mittels einer Personennummer nachvollziehbar sind, habe ich mich mittlerweile schon gewöhnt. Diese Fødelsnummer kann durchaus ihre Vorteile haben. Dass aber im weltweiten Netz Daten über mein Einkommen und gezahlte Steuern für jedermann einsehbar sind, sobald sie Kenntnis über meinem kompletten Namen und meinen Wohnsitz haben, geht mir persönlich dann allerdings doch zu weit. Ein Deutscher, der in Sachen Datenschutz unterwegs ist, sollte niemals nach Norwegen auswandern. Er würde, kaum dort angekommen, einen Herzinfarkt erleiden.

  4. maini sagt:

    Die Fødselnummer habe ich noch vor meiner Telefonnummer auswendig gekonnt, da sie halt überall abgefragt wird. Das ist halt so in Norwegen und aus. Wer damit nicht zurecht kommt, der muss sich woanders umschauen. Das mit dem Gehalt war für mich auch suspekt. Wobei – haben die es nicht inzwischen auf einen zeitlichen Rahmen beschränkt? Ich dachte, ich hätte da sowas gelesen. Bei uns in der Firma wird da kein großes Geheimnis draus gemacht. Im Gegenteil. Als ich meinen ersten Lohnbescheid überreicht bekam, wollte ich ihn erstmal einstecken und in Ruhe zu Hause öffnen. Da sah ich, wie meine Kollegen diese Zettel sofort öffneten und miteinander abglichen. Wir arbeiten ja auf Akkord und somit kommt jeden Monat was anderes raus. Ein Wettbewerb untereinander gibt es nicht und jeder gönnt dem anderen, wenn er mehr verdient. Man freut sich miteinander. DAS war erstmal überraschend für mich. Sehr positiv.

  5. Marc sagt:

    Ich begrüße die Einführung dieser Steuer ID eigentlich auch, nützlich ist es auf jeden Fall – nur ungewöhnlich, da auch bereits nicht steuerpflichtige Bürger eine Nummer erhalten un dich doch etwas perplex war.😉

    Die allgegenwärtige Panik vieler Deutscher vor dem gläsernen Bürger finde ich in dem grotesken Ausmaß beinahe schon lächerlich. Unsere momentanen Gesetze sind in der Hinsicht derart dünn, dass man so durchsichtig wie ein Block Beton ist – und die paar Anti-Terror-Maßnahmen, die der Schäuble da verabschieden wollte, sind derart weichgespült, das jegliche Empörung über ein Zuweitgehen der Registrierung einfach unglaubwürdiger ist. In vielen anderen EU-Ländern sind die Regelungen wesentlich stärker, kaum zu vergleichen gegen die Terror-Angst der Briten, London gleicht ja zumindest in der Rush Hour einem Hochsichterheitstrakt mit zehntausenden Polizisten. Das bisschen Überwachung und Datenweitergabe nehme ich für mehr Sicherheit in Kauf – solange die geheimen Daten dann nicht wie in London in der U-Bahn liegen bleiben…😉

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