Lidl Norge macht dicht

Die Lidl-Kette ist sehr umstritten in Norwegen. Nun macht sie dicht. Rema 1000 übernimmt (allerdings nicht die Produktpalette). Für mich ein kleines Drama. Wir haben dort regelmäßig unseren Großeinkauf getätigt und nicht nur viel Geld gespart, sondern in erster Linie auch erstklassiges Obst und Gemüse gekauft. Gerade letzteres ist aus unerfindlichen Gründen in den hier ansässigen Supermärkten Coop und Bunnpris nicht aufzutreiben. Es ist stets alt, ausgetrocknet oder bereits vergammelt. Zudem schweineteuer. Gestern musste ich doch hier im Dorfladen mal zuschlagen und wunderte mich über die hohe Rechnung. Knapp über 300 Kronen habe ich für einen kleinen Einkauf gelöhnt. Zu Hause die Aufklärung: für einen 3-Kilo-schweren Orangen-Beutel zahlte ich allein 100 Kronen – 12,50 Euro. Orangen!!!! Keine Erdbeeren. Ich bin fast umgekippt. Im Lidl gehen wir mit vier/fünf vollen Einkaufstaschen raus und zahlen nie mehr als 800 Kronen. Da haben wir dann allerdings auch den Monatseinkauf und müssen nur noch frische Milch oder Brot nachkaufen. Und was soll ich nächstes Weihnachten machen? Woher bekomme ich jetzt einen Stollen (auch wenn es noch so ein einfacher popliger ist) oder Lebkuchen? Während die einen sich in Schadenfreude wälzen, wissen u.a. 600 Mitarbeiter nicht, wie es weitergehen soll. Ich finde es wahnsinnig schade. Wenn ich ne Gefriertruhe und einen großen Speicher hätte, ich würde das erste Mal im Leben einen ordentlichen Hamstereinkauf hinlegen, der sich so richtig gewaschen hat.

14 Antworten zu Lidl Norge macht dicht

  1. nefret sagt:

    Und warum macht Lidl dicht? Hatten sie nicht genügend Kunden?

  2. Jola sagt:

    Wo lag denn das Problem? Ist das so eine Kulturschlacht wie bei uns seinerzeit gegen Walmart?
    Und die Preisfrage: Wovon ernähren sich Norweger, wenn sie einigermaßen gesund essen wollen und nicht zu den besser Verdienenden gehören?

  3. maini sagt:

    Lidl hat eine angebliche böse Personalpolitik, die allerdings ausgerechnet von einem Angestellten hier in einem norwegischen Lidl widerlegt wird. U.a. ist die Bezahlung gar nicht so miserabel, im Gegenteil ist sie sogar besser als bei Rema 1000, wo ja jetzt alle angeblich übernommen werden. Was allerdings dank der Dienstleistungsangebote gar nicht geht – hier handelt es sich ja nicht einfach um 600 Verkäufer.

    Das gleiche Imageproblem hat Lidl wohl allerdings in Dtl. auch. Was genau dahinter steckt, weiß ich nicht, da ich mich nie damit beschäftigt habe.

    Aber das Hauptproblem war: Lidl ist kein norwegisches Produkt. Soll heißen:
    1. wurde es von Anfang boykotiert. Plötzlich war kein Grund und Boden mehr da, um Supermärkte drauf zu bauen und ähnliches
    2. dachte Lidl, sie könnten ihre deutsche Produktpalette hier unters Volk mischen. Weit gefehlt. Die Norweger lieben Einheimisches. Fremdes wird nicht gekauft. Daraufhin hat Lidl vor allen im letzten Jahr umgestellt. Plötzlich waren 50% der Waren aus norwegischer Produktion. Für manchen Supermarkt kam es schon zu spät.

    Aber nicht jedem Lidl-Markt ging es schlecht. Es gab offensichtlich auch einige, die Gewinne einfuhren. Daher ist es unklar, warum sie bereits im letzten Jahr Kontakt zu Rema aufgenommen haben und nun der Deal komplett ist.

    Einkaufen tun vor allen die Ausländer im Lidl. Norweger trifft man dort seltener. Interessanterweise wird oft unterstellt, dass die Angestellten auch Ausländer wären. Das kann ich gar nicht bestätigen. In unserer Filiale arbeiten nur Norweger und auch immer die gleichen. Wenn es ihnen so dreckig gehen würde, hätten die doch schon längst gewechselt. Bei dem Arbeitsmarkt hier.

    Wo die Norweger gutes Gemüse und Obst einkaufen ist mir noch etwas unklar. Vielleicht in irgendwelchen Supermärkten, wo ich nicht hinkomme. Hier im Dorf zumindest kaufen sie es nicht. Geld spielt meist sowieso keine Rolle.

  4. nefret sagt:

    Heute gab es dazu einen Artikel im Newsletter der Lebensmittelzeitung. Weitere Gründe waren wohl, dass die Behörden wohl nicht besonders entgegenkommend waren. Außerdem hatte Lidl Probleme, in Norwegen Lieferanten zu finden, die an Lidl liefern wollten.

  5. maini sagt:

    Hier ein Artikel zu Lidl-Märkte in Schweden. Offensichtlich schauts da auch nicht viel anders aus als in Norwegen.

  6. Jola sagt:

    Möglicherweise hatten die Norweger aber auch den richtigen Riecher.
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,543597,00.html

  7. lisa123 sagt:

    Seit wann ist Lidl denn jetzt dicht? Ich war neulich noch einkaufen, obwohlschon wilde Gerüchte kursierten,dass Lidl geschlossen sei. Zu diesem Zeitpunkt herrschte dort noch reger Verkehr. Also ab wann soll das denn stattfinden? Vorher tätige ich nämlichnoch einen Großeinkauf…. traurig

  8. lisa123 sagt:

    Sind hier auch Leute aus Kristiansand und Umgebung? LG

  9. maini sagt:

    Der genaue Zeitpunkt für die Schließung steht noch nicht fest. Ich hoffe, dass sich das noch bissl rauszieht. Bin auch froh über jeden Einkauf, den ich dort noch tätigen kann.

  10. Christer sagt:

    Ich finde es toll das Lidl zumacht, weil der Personal wird als sklave behandelt, mit Kamera und anderer stasimethoden auch in Norwegen und anderswo.

  11. aldi sagt:

    sonn schwachsinn, lidl ist der letzte ramschladen hier oben und das gemüse der letzte dreck den ich jemals gefressen hab hier oben….

    geh doch zu kiwi wenn du auf billig obst stehst die haben 40% rabatt ganzjaähtig drauf…

    meinen fresse was für idioten hier!! oder hau doch ganz ab nach D !

  12. Jochen sagt:

    jetzt krieg ich ja keine deutschen lebkuchen mehr zu weihnachten ach man…uuuuuuuaaaaahhhhhh……

  13. buzentqaur sagt:

    Heul doch! Oder frag dich mal, warum du in Norwegen mehr verdienst, ohne dich totzuarbeiten…. weil die Leute hier noch ein Minimum an Zusammenhalt gegen solche Schweinefirmen zeigen

  14. Makedonier sagt:

    Ich kann das nur bestätigen was LIDL in Deutschland betrifft. Aber auch bei uns in Griechenland, fing es genauso wie in Norwegen an. Die Menschen wollten auch einheimische Produkte und bevor die dicht gemacht haben, haben die ihre Produktpalette mehr wiegend auf griechische Produkte umgestellt.

    Leider kaufen die Griechen mittlerweile auch bei Lidl, zwar nicht alle aber genug damit Lidl noch gute Gewinne machen kann.
    Das paradoxe an dem ganzen ist, das Lidl und inzwischen auch Aldi, in Griechenland viel teurer sind als in Deutschland, obwohl der klassische Bürger weniger verdient als in Deutschland.

    Mein Respekt an den Norweger!
    Haltet weiterhin zusammen und sogar noch stärker!

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