Identität mit John Cusack

Aufgrund zahlreicher positiver Kritiken habe ich mir diesen Film nicht nur bestellt, sondern auch angesehen.😉

Die Story ist schnell erzählt: zehn Fremde sitzen in einer stürmischen Nacht in einem Motel fest und werden nach dem zehn-kleine-Negerlein-Prinzip umgebracht.

Bis auf zwei Details kann ich mich der allgemeinen Begeisterung anschließen und wenn man eins dieser beiden Details ganz weglässt, könnte ich auch den Film uneingeschränkt empfehlen. Ach wenn es das kleine Wörtchen wenn nicht gebe.

Ab hier sollten nur Personen lesen, die entweder den Film schon kennen, ihn nie sehen wollen oder generell auf massive Spoiler stehen. Denn ohne Spoiler kann man über diesen Film gar nichts schreiben und mein Hauptproblem von dem Film, ist der komplette Hintergrund, also ein einziger Spoiler.

Das erste kleine Detail wäre eigentlich nicht so tragisch, wenn ich nicht dadurch rausgefunden hätte, wer der Mörder ist und das war dann doch schon bißchen früh für einen so spannungsreichen Film. Überall steht, es gäbe 10 Personen, die sich nicht kennen und in einem Motel zusammenkommen. Daher auch das tolle zehn-kleine-Negerlein-Prinzip. Und die bei den Toten gefundenen Zimmerschlüssel, von 10 abwärts nummeriert. Es sind aber insgesamt 11 Personen vor Ort. Wen haben die meisten wohl übersehen, mitzuzählen? Aber dieser Punkt ist nicht mein Problem. Das kommt erst noch.

Hier kommt der Spoiler-Teil.

Die Geschichte handelt von multipler Persönlichkeitsstörung. Einer grandiosen, umfassenden, vielfaltigen Persönlichkeitsstörung. Der Patient ist des Mordes angeklagt worden, zum Tode verurteilt und soll nun eigentlich hängen. Einen Tag vor seinem Hinrichtungstermin treffen sich Anwälte nochmals zusammen, um über ein neues gefundenes Beweisstück, einem Tagebuch, zu diskutieren. Und um darüber zu entscheiden, ob der Patient zurechnungsfähig und somit für seine Taten verantwortlich ist, oder nicht.

Um es kurz zu machen: eine einzige physische Person stellt elf erfundene Personen in einer stürmischen Nacht dar und lässt diese sich gegenseitig umbringen, bis nur noch zwei über bleiben. (Bei meiner Zählung waren es drei, der dritte war gut versteckt, aber bei mir sind es ja auch elf Personen😀 ). Ein Überlebender ist der angeklagte Mörder (der in seiner Ursprungsform nicht beim Motel dabei war) mit einer seiner Persönlichkeiten, die andere Überlebende ist eine junge Frau (also quasi eine weitere Persönlichkeit mit freiem Geist), mit dem Vorsatz, ein geruhsames Leben in Florida zu beginnen.

Mein Problem: wie kann man des Mordes an seinen eigenen erfundenen Persönlichkeiten angeklagt werden? Es gibt natürlich keine Leichen, denn die sind ja alle zusammen mit ihrer Identität verschwunden.

Wenn der Täter allerdings schon früher gewalttätig wurde und aufgrund früherer Morde verurteilt wurde, wieso wurde da nicht drauf eingegangen? Und wenn er als zurechnungsfähig eingestuft wurde, worauf ja ein Hinrichtungstermin deutet, wozu hätte er eine Psychotherapie benötigt, die dann seine Persönlichkeitsspaltung erst aufdeckt? (Laut seinem Psychiater hatte dieser eine Therapie mit dem Mörder begonnen, um die verschiedenen Persönlichkeiten aufzudecken und quasi zu eliminieren – somit konnte das Massaker im Motel erst möglich werden. Der wahre Mensch versucht seine erfundenen Geister loszuwerden. Erinnert mich jetzt glatt an den Zauberlehrling, irgendwas mit: die Geister, die ich rief, werde ich nicht mehr los. Ich schweife ab. Macht nix, bin sowieso fertig. Allein, es hier aufzuschreiben, hat mir geholfen, wobei ich es einfach schade finde, dass mir dieses Rumrätseln den ganzen Film vermiest hat. Denn abgesehen davon ist er wirklich spannend umgesetzt.)

7 Antworten zu Identität mit John Cusack

  1. nefret sagt:

    Ich kenne nur das Ende vom Film, weil ich erst zu spät eingeschaltet hatte. Kann mich zwar nicht mehr so genau erinnern, aber mich hatte die Auflösung auch zum Grübeln gebracht.

  2. maini sagt:

    dann ging es wenigstens nicht nur mir so😀

  3. isegrimm sagt:

    Mir war das total egal.
    Es hatte John Cusack, was brauche ich da eine Begründung?

  4. Maria sagt:

    Okay, es ist etwa drei Jahre her, dass ich den Film gesehen hab, es ist also sehr gut möglich, dass ich hier Blödsinn schreibe. Aber wenn ich mich richtig erinner und jetzt nicht seltsame Sachen aus dem Abstellkämmerchen meines Gehirn durcheinanderbringe gabs da schon irgendwelche realen Morde – die halt sehr lang nicht erwähnt werden, damit man als Zuschauer weiterhin denkt, es ginge in dieser Verhandlung um die Morde in dem Motel.
    Warum dann nach der Verurteilung nochmal eine Psychotherapie gestartet wurde – ich vermut mal, das ist Hollywoodlogik. Mann wird verurteilt und keiner untersucht die Hintergründe genau, weil alle von der schrecklichen Tat bestürzt sind – heroischer Psychiater kommt daher und rollt alles auf eigene Faust nochmal auf. Oder so.

    Aber generell halt ich es da mit Isegrimm: John Cusack war dabei, alles andere ist doch völlig wurscht *g*

  5. maini sagt:

    Ich werde beim nächsten Mal mehr auf die Hintergründe achten und mich nicht zu sehr von Cusack ablenken lassen😀

  6. Isegrimm sagt:

    Warum?😀

  7. maini sagt:

    damit ich beim dritten mal mich voll und ganz Cusack widmen kann, ohne grübeln zu müssen😀

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