Salman die Dritte

Endlich hab ich weitere vier Filme zusammen:

Kahin Pyaar Na Ho Jaaye
Phir Milenge
Kyon Ki
Chori Chori Chupke Chupke

Kahin Pyaar Na Ho Jaaye

Salman spielt in diesem Film zur Abwechslung einen Sänger. Das verspricht doch einiges. Als Prem liebt er Nisha (Raveena Tandon) über alles und wartet sehnsüchtig auf den Tag, wo sie beide endlich heiraten können. Am Hochzeitstag jedoch erscheint die junge Braut nicht. Sie hat just diesen Tag gewählt, um Prem zu gestehen, dass sie einen anderen Mann heiraten wird. Jener Rahul lebt in den USA und ist stinkreich. Somit kann er die Behandlung ihres kleinen krebskranken Bruders bezahlen. Prem zerbricht an der abgesagten Hochzeit und seiner verlorenen Liebe und wird zum Trinker. Zusammen mit seinem besten Freund (Jackie Shroff) ist er fortan in Bars anzutreffen. Schließlich fängt er sich wieder und verliebt sich erneut, diesmal in die Nachbarin Prya (Rani). Als diese ihre Verlobung mit einem Rahul bekannt gibt, bricht für Prem zum zweiten Mal die Welt zusammen.

Bis zur Stelle des ersten Besäufnisses dachte ich: wow, ein ganz netter Film. Gute Darsteller, keine grausame Musik, passt schon. Doch dann war es aus. Mit dem indischen Humor habe ich so meine Probleme. Ich finde es nicht allzu lustig, wenn man Witze unendlich ausweiten muss, damit es auch der letzte Depp kapiert, und Bollywood-Schauspieler können einfach keine Betrunkene spielen, also lasst es lieber oder besauft euch während der Dreharbeiten mal wirklich. Als das Saufdrama sich hinzog und auch noch wiederholt wurde, wurde der Film einfach nur noch nervig. Erst zum Schluss, als sich Prem wieder gefangen hat, konnte ich den Film weiterschauen. Schneidet in der Mitte einfach paar Stellen – wahrscheinlich insgesamt eine Stunde – raus und ihr erhaltet einen netten Film.

Phir Milenge

Die erfolgreiche Geschäftsfrau Tamanna (Shilpa Shetty) trifft nach Jahren auf ihre Jugendliebe Rohit (Salman). Nach einer gemeinsamen Nacht taucht Rohit unter. Monate später erhält Tamanna die Hiobsbotschaft, dass sie HIV-positiv ist. Während für Tamanna eine Welt zusammenbricht, steht ihr vorerst nur ihre Schwester Tanu zur Seite. Als Tamanna ihren Job, für den sie ihr ganzes bisheriges Leben geopfert hat, verliert, will sie ihren Chef verklagen. Ihr Anwalt Tarun wird von Abhishek Bachchan gespielt.

Dieser Film ist einfach grandios.

Zuerst wird Tammana als toughe Geschäftsfrau eingeführt, die ihre gesamte Zeit in die Firma reinsteckt und diese somit an die Spitze bringt. Freunde hat sie keine, nur eine jüngere Schwester, die zu ihr aufsieht. Shilpa Shetty schafft es scheinbar mühelos die verschiedenen Facetten einer Frau darzustellen, die zuerst bis zur Selbstaufgabe ihren Job ausübt, sowie später an der Nachricht über die furchtbare Krankheit fast zu Grunde geht. Einerseits die erwachsene lebenslustige junge Frau, andererseits die am Boden zerstörte und verzweifelte Kranke.

Ihr immer zur Seite stehend die jüngere Schwester Tanu. Beide sind besonders miteinander verbunden, da sie Waisen sind. Tanu überlegt nicht eine Sekunde als sie erfährt, dass ihre Schwester HIV-positiv ist. Sie versucht verzweifelt, ihre Schwester aufzubauen. Alleine damit, dass sie überhaupt da ist, zeigt sie, was in ihr steckt. Die Schauspielerin, deren Namen mir leider grad nicht vorliegt, spielt einfach klasse.

Der Jugendfreund Rohit wird von Salman Khan gespielt. Er darf in diesem Film zeigen, was in ihm steckt. Zuerst der nachdenkliche und zurückhaltende Mann, der gleichzeitig gerne Späße macht und einfach nur sympathisch ist. Andererseits ein Mann voller Selbstvorwürfe, der ungewollt, da er es selber nicht wusste, seine Freundin angesteckt hat.

Das Paar Shilpa-Salman spielt hier fantastisch zusammen. Sie haben bereits in vielen Filmen das Pärchen gespielt, aber in keinem war das gemeinsame Bild so stimmig wie hier.

Abhishek als junger ambitionierter Anwalt ist gut besetzt. Er kommt erst mit dem Film so richtig in Fahrt und dann dafür um so besser.

Es gibt nur wenig Songs, wenn ich richtig gezählt habe zwei (ich pass da halt nie so auf). Beide passen super in den Film. Sie sind nie aufdringlich, sondern betonen noch mal die Geschichte.

Phir Milenge ist ein Film, den man einfach gesehen haben muss. Er zeigt, dass Bollywood nicht nur aus Schnulzen besteht und nimmt sich einem sehr ernsten Themas an. Natürlich basiert der Film auf Philadelphia, aber man kann beide nicht miteinander vergleichen, da einfach zu viele Sachen immer noch verschieden sind.

Kyon Ki

Der verurteilte Mörder Anand (Salman Khan) wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, da er offensichtlich ein mentales Problem hat. Zwischen lichten Momenten, in denen er sich seinen Mitinsassen annimmt und man schon zweifelt, ob er wirklich krank ist, hat er immer wieder Ausraster. Beistand erhält Anand zuerst nur von Dr. Sunil (Jackie Shroff). Sunil steht in Anands Schuld, da dessen Vater seine medizinische Ausbildung finanziert hat. Zudem sind beide zusammen aufgewachsen, jedoch erkennt Anand seinen früheren „Bruder“ nicht. Anands größte Widersacher sind der Klinikdirektor (Om Puri) und dessen Tochter Tanvi (Kareena Kapoor). Um Anands Trauma auf den Grund zu gehen, überredet Dr. Sunil Dr. Tanvi, Anands Tagebuch zu lesen. Schließlich kann er Tanvi überreden, sich dem Fall Anands anzunehmen.

Vom Ende mal abgesehen ist der Film wirklich sehenswert. Vor allen in der ersten Stunde wird viel Herz in die Story gelegt. Wie Anand ohne Rücksicht auf die Konsequenzen, die ihn mit voller Härte und Brutalität treffen werden, Wünsche seiner Mitpatienten erfüllt bzw. überhaupt auf sie eingeht.

Der mittlere Teil erzählt in einer Rückblende die Liebesgeschichte zwischen Anand und Maya (Rimi Sen). Die überaus blöden Spielchen von Maya nervten mich bereits beim Pferdereiten. Das Autorasen quer durch die Stadt fand ich nur noch unverständlich, kein Wunder, dass sie im Film draufgehen musste. Dass das Drehbuch allerdings vorschreibt, wie sie angesichts von zahlreichen Gästen am Rande eines Swimmingpools ertrinken kann und wie Anand daraufhin des Mordes für schuldig befinden wird, ist absolut unklar, aber sonst wäre er ja auch nicht in die Heilanstalt gekommen.

Somit kommen wir zum dritten Teil des Filmes. Hier versuchen nun Sunil und Tanvi Anand mit allen Mitteln zu helfen. Dabei verliebt sich Tanvi natürlich in ihren Patienten.

MegaSPOILER
Nur für Leute wie Bastet, die schon vorher das Ende wissen wollen

Nichts, aber absolut gar nichts, bereitet einen auf dieses Ende vor. Es ist doch ein Bollywoodfilm (Yasba für Maini)!! Da schaut man 2 ½ Stunden zu, spürt die Menschlichkeit, die von Anand ausgeht, die Liebe von Tanvi und die Verzweiflung von Sunil. Über zwei Stunden leidet und lacht man mit. Wofür? Dafür dass der Drehbuchschreiber in den letzten zehn Minuten zum Rundumschlag ausholt und alle Guten zerstört: Der Oberarsch von Klinikleiter und Tanvis Vater zerstört Anands Nervenmark, damit dieser nur noch vor sich hinvegetiert. Sunil erstickt daraufhin Anand, um ihn von seinen Leiden, die er noch nicht mal spürt, zu erlösen, und wird dadurch zum Mörder. Tanvi erleidet solch einen Schock, dass sie zusehendst verfällt und selbst zur Patientin in der Klinik ihres Vaters wird.
SPOILERENDE

Kyon Ki ist für mich bis auf diese letzten Minuten ein wirklich sehenswerter Film mit tollen Schauspielern. Da brauch ich niemanden hervorzuheben oder niederzumachen.

Chori Chori Chupke Chupke

Raj (Salman Khan) und Priya (Rani Mukherjee) führen eine glückliche Ehe inmitten einer liebenswerten Familie. Als Priya schwanger wird, erfüllt sich der größte Traum des Familienoberhauptes (Amrish Puri). Durch einen tragischen Unfall verliert Priya das ungeborene Baby und kann nicht mehr schwanger werden. Um einen weiteren Herzinfarkt des Opas zu verhindern, verheimlicht das junge Paar die Tatsache, dass sei kein eigenes Kind zur Welt bringen können. Stattdessen engagieren sie die junge Prostituierte Madhu (Preity Zinta) als Leihmutter. Zu dritt fliegen sie für ein Jahr in die Schweiz, um dort heimlich die Schwangerschaft und Geburt des Kindes vonstatten gehen zu lassen. Natürlich sorgt die eigene Familie derweil für einige Turbulenzen.

Die Story ist bekannt dafür, dass sie Anleihen an Pretty Woman mit Julia Roberts besitzt. Dies und die oben erwähnte Dreiecksgeschichte waren für mich zwei Gründe, den Film zu meiden. Doch wider meinen Erwartungen gefiel mir der Film sehr gut. Die Songs sind durchweg gut in Szene gesetzt, die Story liebevoll umgesetzt. Die Darsteller spielen überzeugend, besonders gut hat mir Rani gefallen – hin und her gerissen zwischen der Liebe zu ihrem Mann sowie dessen Familie und deren Wunsch nach einem (Ur-)Enkel.

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