Salman Khan Teil 2

Diesmal habe ich mir folgende Filme vorgenommen:

Garv
Lucky
Tere Naam
Tumko Na Bhool Paayenge

Garv

Der Film gehört nicht zu meinen Lieblingen. Er beginnt bereits äußerst patriotisch mit der Einblendung der indischen Staatsflagge und einer Lobeshymne auf die Nation.

Polizist Arjun (Salman Khan) ist des Mordes an hochrangigen Politikern angeklagt. Er geht ohne Verteidigung in den Prozess und verlangt die Todesstrafe. Der Film erzählt nun in Rückblenden, wie es dazu kommt. Es geht um die Geschichte von Polizisten, die zur Selbstjustiz greifen, nachdem wieder einmal ein Verbrecher vor Gericht freigesprochen wird. Darüber hinaus gibt es eine Liebesgeschichte zwischen dem ACP Arjun und einer Tänzerin (Shilpa Shetty) aus dem Can Can Club.

Mit der Story um Selbstjustiz, besonders im Namen der Polizei, habe ich die größten Probleme. Die Spitze des Eisberges wird erreicht, als die Hindu-Muslim-Frage sowie Pakistan-Indien-Frage auch noch im Film auftauchen. Als ob einfache Gangster nicht schon ausreichen. Um das Schurkentum interessanter zu gestalten, wird auch noch ein politischer Hintergrund untergeschoben.

Nach knapp zwei Stunden hat man die Vorgeschichte über den Werdegang der Polizei zur Selbstjustiz geschafft und wird der Gerichtsverhandlung gegenüber gestellt. Man weiß immer noch nicht, warum Arjun 18 Männer (ich habe übrigens 19 gezählt), darunter den Prime Minister, getötet hat. Eigentlich fragt man sich, warum er überhaupt vor Gericht steht. Schließlich haben er und seine Kollegen die ganze Zeit irgendwelche Typen umgelegt. Nicht einmal wird die Selbstjustiz in Frage gestellt, ganz im Gegenteil, der Film endet mit folgenden Worten (Songtext):
Krishna hat im Heiligen Geetha gesagt
Es ist keine Sünde, den Feind zu zerstören.
Der Tod zerstört nur die Körper, die Seelen sind unsterblich.
Kämpfe immer für die Gerechtigkeit
Wir haben den Eid geschworen, unsere Körper, Gedanken und Seelen zu opfern, um die Nation zu schützen. Wir sind stolz auf die Nation. Stolz im Leben und im Tod ist gut. Diese Uniform steht nicht nur für unsere Ehre, sondern auch für unser Gewissen. Diese Uniform ist nicht nur unsere Identität, sie ist für uns Gott.

Da mir aufgrund der Story der Film überhaupt nicht gefällt, ist es schwer, etwas zu den Schauspielern zu sagen. Shilpa- und Salman-Fans kommen voll auf ihre Kosten. Beide tanzen mehrfach minimalst bekleidet durch den Film, einmal auch nass. Salman zeigt öfters seine Muskeln, das erste mal nach nur neun Minuten, wo er mit nackten Oberkörper mittels Seilen aufgehängt, verprügelt wird. Das zweite Mal nach 13 ½ Minuten beim Hanteltraining. Danach habe ich aufgehört mitzuzählen.😀
Anupam Kher ist als korrupter Staatsanwalt böse während Amrish Puri als Verteidiger und als Oberboss der Polizei der Gute ist.

Lucky

Lucky steht eigentlich für „Glück haben“. Dass das Mädchen (Sneha Ullal) ausgerechnet diesen Namen trägt, ist nicht zu ergründen. Glück ist das Einzige, was sie im ganzen Film nicht hat. Eigentlich wird sie permanent vom Pech verfolgt. Erst lernt sie für das falsche Fach, dann verschläft sie, anschließend hat sie auf dem Weg zur Schule eine Panne mit ihrem Fahrrad, wird fast vergewaltigt, landet auf der Flucht in einem Auto, dass sie direkt in ein Krisengebiet führt, muss vor Gewaltunruhen fliehen, wird todkrank, schleppt sich durch Eis und Schnee, vergiftet sich, zerschneidet sich die Hände, sieht aus wie vierzehn und ningelt vor sich hin.

Man sieht, ich bin begeistert von der Rolle sowie von der Schauspielerin. Dementsprechend fällt der Film bei mir durch. Da hilft auch kein sympathischer Salman. Ganz im Gegenteil: es ist absolut unverständlich, wie man dieses Paar als Liebespärchen besetzen konnte. Ein erwachsener Mann kommt hier mit einem Kind zusammen. Aller paar Minuten herrscht der Terror. Einen Grund dafür braucht man nicht. Salman schleppt die Kleine stundenlang durch die Tundra. Selbst wenn er halbtot auf den Gleisen liegt, steht er keine zwei Sekunden später wieder auf und trägt die Göre weiter. Man wünscht ihm von ganzem Herzen eine richtige Frau an die Seite. Wahrscheinlich hätte mir der Film dann auch super gefallen.

Der Film hat allerdings auch einiges zu bieten: zum Teil fantastische Bilder und tolle Songs.

Tere Naam

Rameshwar ist mit der Priestertochter Nirjara (Bhumika Chawla) verlobt. Er möchte, dass seine zukünftige Braut aufs College geht. Dort lernt sie am ersten Tag den Tunichtgut Radhe (Salman) kennen. Dieser verbringt seinen Tag mit Prügeln, Rumhocken und verlangt von jedem Mann und jeder Frau Respekt und Demut. Ein kleiner Don mit furchtbarem Haarschnitt. Damit ist die Story auch schon erzählt, wenn man von dem Intermezzo zwischen Radhe und Nirjara absieht. Alleine schon wie er versucht, diese von seiner Liebe zu überzeugen, weckt in mir Aggressionen. Wenn dann auch noch der herzensgute Verlobte für eine Hochzeit zwischen Radhe und Nirjana ist, frage ich mich, ob ich irgendwas verpasst habe. Kann für eine sanfte und tiefreligiöse Frau ein ungehobelter, grober, gewaltliebender Kerl ohne Beruf und Einkommen der richtige Mann sein?

Nach genau 1 ½ Stunden nimmt der Film plötzlich eine dramatische Wende. Ab da wird Tere Naam nur noch unerträglicher. Jeder beschwört, wie sehr er Radhe liebt, aber keiner kümmert sich wirklich um ihn.

Der Film dauert zwar nur 2h und 15min, aber selbst das ist schon zu lang.

Salman ist in diesem Film einfach nur grausig anzusehen. Nix gegen lange Haare, wenn der Schnitt stimmt. Dann lieber eine Glatze. Er ist den halben Film damit beschäftigt, sich die Zotteln aus dem Gesicht zu streichen. Als Prügelbolzen ist er so überzeugend, dass ich das Ende geradezu herbei sehnte.

Tumko Na Bhool Paayenge

Muskan (Diya Mirza) und Veer (Salman) lieben sich. Ihre Eltern sind sich einig: beide sollen heiraten. Ausgelöst durch einen Wrestlingkampf beginnt Veer, zu halluzinieren. Ihm fällt auf, dass er keine Erinnerungen an seine Kindheit oder Jugend hat. Er befragt seine Verwandten und erhält unterschiedliche Antworten für sein Trauma. Veer spürt, dass ihn alle anlügen. Auf seiner Verlobungsfeier tauchen plötzlich Gangster auf, die es auf ihn abgesehen haben. Im Alleingang erledigt er diese. Erst jetzt erzählen ihm seine Eltern, wer er ist: ihr echter Sohn Veer kam im Dienste der Armee ums Leben. Am Tag seiner Beerdigung tauchte ein schwerverletzter Mann im Fluss auf und sie adoptierten ihn an Sohnes Stelle. Der falsche Veer geht daraufhin nach Mumbai, um seine wahre Identität herauszufinden.

In der zweiten Hälfte von TNBP wird das Puzzle zusammengesetzt. Mit diesem Teil habe ich dank der Selbstjustiz wieder mal meine Probleme und die Vorspultaste wird fleißig genutzt.

Vom Schauspielerischem her gibt es nix anspruchsvolles. Diya Mirza kann m.E. nicht viel, außer wenn sie einfach nur süß ausschauen muss. Salman spielt wie gewohnt gut und Sushmita Sen ist wie immer eine Augenweide.

Was in diesem Film hervorsticht, ist die Umsetzung der Songs: da werden tolle Landschaften gezeigt, vor allem im ersten Teil des Films. Auch die entsprechenden Choreografien sind sehr ansprechend.

Alles in Allem ein Film, den man ruhig anschauen kann.

8 Antworten zu Salman Khan Teil 2

  1. Jola sagt:

    Du bist aber von den ganz Harten: Soviel Salman könnte ich nicht ertragen.

  2. Anke sagt:

    Ja so langsam mach ich mir auch sorgen. Maini lass das, soviel Salman so schnell ist ungesund……..nachher willst du auch mukkis wie er haben…*sfg*

  3. Lohmie sagt:

    Donnerwetter, du musst aus Stahl sein … 😉

    Ich habe ja Hum Tumhare Hain Sanam nur mit Mühe überlebt, was aber eher an der Gesamtkonstruktion des Films lag.

    Lucky und Tere Naam liegen hier trotz des Aishwarya-Look-a-like-Girly bzw. trotz Bhoomika Chawla (die mag ich irgendwie) immer noch rum.

  4. maini sagt:

    Ich habe mir 20 Salman-Filme vorgenommen, wobei ich die Mehrzahl schon kenne und einfach nur im Schnelldurchlauf nochmal durchnehme, um wenigstens eine Review zu schreiben. Euch bleiben also nur noch 13 Filme😀

  5. kaddele sagt:

    Ach kommt, so richtig fiese ganz schlimmes Zeug ist ja noch nicht so wirklich dabei. Bis auf dieses Machwerk mit Kajol. *grusel* Und das lag aber auch eher weniger an Salman als vielmehr an Mr. Talent- und Charmefrei Arbaaz Khan … Der ging mir sowas von auf die Nerven … ARGH!
    Dafür mag ich Lucky😀

  6. maini sagt:

    Tere Naam zählt bei mir zu den ganz fiesen, schlimmen Filmen. Auch beim zweiten Mal schauen/spulen. Mit dem kann ich mich beim besten Willen einfach nicht anfreunden. Bei Lucky habe ich diesmal einfach versucht, Sneha abzuschalten, was ziemlich schwierig war, da sie ja die ganze Zeit da ist.😀

  7. Kaddele sagt:

    Aber in Lucky trägt Salman doch die Silberjacke!!! *schmacht* Außerdem ist das der einzige Film, in dem ich zu meinem Bedauern feststellen musste, dass ich die Wörter „schmacht“ und „Salman“ im gleichen Satz benutzen kann, ohne tot umzufallen … Und Lucky Lips ist ein ganz genialer Song😀

  8. maini sagt:

    Lucky Lips find ich auch genial. Später kommt noch ein Song, irgendwas mit Chori Chori Chupke – den find ich auch noch klasse. Auch wie die Songs umgesetzt wurden, finde ich gut.

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