Reiseerlebnis – Teil 1: Anreise mit der DB

Wenn einer eine Reise tut, dann hat er viel zu erzählen. Sagt man. Stimmt. Sag ich. Alleine die Anreise zum Flughafen Düsseldorf birgt einen halben Roman. Auf die Deutsche Bahn ist besonders Verlass. Wie ich gestern lesen durfte, beträgt die Pünktlichkeitsrate nur noch 64% (ich hoffe, ich habe die korrekte Zahl im Kopf), in Österreich und in der Schweiz liegt sie bei über 90%.

Da ich die Pünktlichkeit der Bahn zur Genüge kenne, bin ich eine halbe Stunde vorher am Bahnhof. So kann ich, wenn die Bahn will, einen früheren Zug nehmen und erwische vielleicht den Anschlusszug in Köln. Der erste Zug hatte prompt auch nur zehn Minuten Verspätung. Falls der ursprünglich von mir anvisierte Zug genauso pünktlich ist, kann ich den Anschlusszug in Köln nur noch hinterher winken. Die Fahrt nach Köln verlief ereignislos. Dort angekommen, kämpfe ich mich wacker zu den Automaten durch und löse mein Ticket nach Düsseldorf. Nein, ich bin nicht bis Köln schwarz gefahren. Ich bin stolze Besitzerin eines Jobtickets. Damit darf ich in vielen Teilen von NRW umsonst fahren. Ab und zu darf sogar noch eine Person mitfahren. Dies gilt besonders spät abends und am Wochenende. Zurück zu Köln. Auf meinem Gleis (das hab ich gepachtet) steht ein Zug, der u.a. auch nach Düsseldorf fahren will. Eigentlich will er nach Norddeich, wo immer das liegen mag. Wahrescheinlich im Norden an einem Deich. Und noch viel eigentlicher wollte der Zug (für die, die es interessiert: es ist ein IC) vor einer halben Stunde abfahren. Laut Auskunft verspätet der Zug sich um 45 Minuten. Ich rechne schnell nach und stelle fest: keine Panik – mein Zug hat dann noch zehn Minuten Zeit, einzufahren, Reisende auszuspucken und mich einsteigen zu lassen. Nachdem beim Norddeichener IC die Lok ausgewechselt wurde, will dieser prompt starten, vergaß dabei allerdings, dass sich ein paar bösartige Ticketbesitzer zwischenzeitlich davon gestohlen hatten, um die Wartezeit dazu zu nutzen, den Kölner Dom zu besichtigen etc. Kaum schließen sich die Türen, kam Bewegung in den Bahnhof, denn genau diese oben Erwähnten springen aus allen Ecken, um den Zug nicht zu verpassen. Fünf Minuten nach Abfahrt kommt vollkommen unerwartet mein Zug. Er ist nicht nur pünktlich, sondern auch noch zu früh. Das muss ein böses Omen sein. Ist es auch. Irgendwo unterwegs hält der Zug an einem Bahnhof, wie bereits hundertmal vorher, doch diesmal schließt sich eine der Türen nicht mehr. Wenn ich nicht zufällig genau neben dieser gesessen hätte, wäre das Drama an mir vorbeigegangen und ich hätte wohl einfach nur die Bahn und ihre Angestellten für das nun folgende Dauerpiepsen des Notsignals verflucht. So verfluche ich schlicht und einfach nur die gottverdammte Tür. Zehn Minuten später und nach kräftigen Fußtritten des Fachpersonals gegen die Tür konnte die Fahrt fortgesetzt werden. Mit der bahneigenen Pünktlichkeit von nur 15 Minuten Verspätung trudelte ich am Bahnhof Düsseldorf Flughafen ein. Dort endlich der erste Schock des Tages: mein Flughafen-Zubringer-Bus taucht nicht auf. Ich werde schnell aufgeklärt: es gibt einen Sky-Train. Es ist zugegebener Maßen erst mein vierter Flug ab Düsseldorf und erst der dritte, wo ich einen Zubringer benötige, einen Sky-Train habe dennoch nie erlebt. Dies wäre kein Wunder, erklärt die gleiche freundliche Stimme, der würde des öfteren ausfallen. Eigentlich war genau für heute dies vorausgesagt worden. Anscheinend ist auf den Sky-train genausoviel Verlass wie auf die Deutsche Bahn. Kurze Zeit später komme ich wohlbehalten im Flughafengebäude an. Wenn ich ehrlich bin: der Bus ist mir lieber.

Wer sich für die Weiterreise mit dem Flugzeug interessiert, der möge bitte in Reiseerlebnis Teil 2 reinschauen.😀

3 Antworten zu Reiseerlebnis – Teil 1: Anreise mit der DB

  1. sunny sagt:

    Klingt doch toll. Ich hab den letzten Sonntag in einem Gepäckabteil verbracht, da wegen irgendwelcher technischen Schwierigkeiten ein Ersatz-IC geschickt wurde, und natürlich viiieeel zu wenig Platz für die ganzen Reisenden hatte. Na ja, war auch mal ganz nett und man kommt viel leichter mit Menschen ins Gespräch wenn man mal wieder was zu lästern hat.

  2. maini sagt:

    im sommer bin ich mit einem ic nach münchen gefahren. der kam bereits mit verspätung in bonn an – war ja wohl klar. aber die begründung dafür, die fand ich echt super: aufgrund des hohen fahrgastaufkommens kommt es zu verspätungen in höhe von bis zu 30 minuten. wie dumm auch von den reisenden, mit der bahn zu fahren. wären sie mal lieber geflogen.

  3. […] Er ist nicht nur pünktlich, sondern auch noch zu früh. Das muss ein böses Omen sein. Ist es auch. Bahn-Zeit Bahn-Vernetzt […]

%d Bloggern gefällt das: